Zollsysteme

 
Im der Schweiz bestimmen innerhalb der nach Marktordnung spezifischen Rahmenbedingungen Angebot und Nachfrage den Markt. Der Bund trifft zur Erhaltung einer angemessenen Versorgung mit inländischem Getreide die notwendigen Massnahmen an der

 

 
Grenze. Grundlage dafür sind das Landwirtschaftsgesetz sowie die Agrareinfuhrverordnung. Der Grenzschutz stützt das inländische Preisniveau und wird bei der Festlegung der Richtpreise berücksichtigt.

Brotgetreide

 

Beim Brotgetreide besteht ein Zollkontingent von 70‘000 t (Nr. 27), welches in Teilmengen (Anfang Januar 20‘000 t, Anfang April 20‘000 t, Anfang Juli 15‘000 t, Anfang Oktober 15‘000 t) mit Laufzeiten bis Ende Jahr freigegeben wird. Die Zuteilung der Zollkontingentsanteile erfolgt per Windhundverfahren an der Grenze.

Das Bundesamt für Landwirtschaft prüft den Kontingentszollansatz (KZA) vierteljährlich (1. Januar, 1. April, 1. Juli, 1. Oktober). Dabei entspricht der Preis franko Grenze verzollt unter Berücksichtigung der Bandbreite dem Referenzpreis von Fr. 53.- / 100 kg. Der Zollansatz wird nur angepasst, wenn die Preise für importierten Weizen (inkl. Zollansatz und Garantiefondsbeitrag) eine bestimmte Bandbreite überschreiten. Die Bandbreite ist überschritten, wenn die Preise mehr als 3 Franken je 100 Kilogramm nach oben oder unten vom Referenzpreis abweichen.
Im Berechnungsschema wird die Entwicklung der Börsennotierungen, der Wechselkurse und der Händlerpreise berücksichtigt. Die

 

 

Grenzbelastung beträgt maximal Fr. 23.- je 100 kg und setzt sich aus KZA und Garantiefondsbeitrag zusammen. Getreide mit Ursprung in den Freizonen Gex oder Hochsavoyen kann ausserhalb des Zollkontingents zum Nullzoll eingeführt werden. Für die übrigen Importe ausserhalb des Zollkontingentes kommt der Ausserkontingentszollansatz (AKZA) zur Anwendung.

Die Zollansätze für verarbeitetes Getreide zur menschlichen Ernährung (Mehl, Griess) sind seit 2009 an die Grenzbelastungen der Rohstoffe gekoppelt. Dabei wird basierend auf den spezifischen Ausbeuteziffern ein Zuschlag von maximal Fr. 20.- je 100 kg gewährt.

Beim Getreide bestehen zwei weitere Zollkontingente in Höhe von 110‘000 t (Nr. 26: Hartweizen zur menschlichen Ernährung) resp. 70‘000 t (Nr. 28: Grobgetreide zur menschlichen Ernährung). Die beiden Kontingente werden nicht bewirtschaftet.

Futtergetreide und Mischfutter

 

Beim Futtergetreideimport wird ein Schwellenpreissystem mit produktspezifischen Schwellenpreisen resp. Importrichtwerten und variablen Grenzbelastungen angewandt. Der Schwellenpreis entspricht dem angestrebten Importpreis, bestehend aus dem Preis franko Schweizergrenze, dem Zoll sowie dem Garantiefondsbeitrag (Beitrag für die Pflichtlagerhaltung von Getreide). Die Zollansätze und nötigenfalls die Garantiefondsbeiträge werden monatlich anhand von Preismeldungen und unter Berücksichtigung von Börsennotierungen überprüft und auf die Zielpreise ausgerichtet.

 

 

Bewegt sich der Preis innerhalb der Bandbreite von plus / minus drei Franken je 100 kg, erfolgt keine Anpassung des Zolls. Die Grenzabgaben für Mischfutter werden anhand der sogenannten Standardrezeptur ermittelt. Dazu werden die Grenzbelastungen der Einzelkomponenten anteilsmässig summiert, woraus die Grenzbelastung für Mischfutter resultiert. Damit wird auf den Rohstoffen im Standard-Mischfutter der gleiche Zoll erhoben, wie wenn die Komponenten einzeln eingeführt würden.

Schoggigesetz

 

Das «Schoggigesetz», das Gesetz über die Ein- und Ausfuhr von Erzeugnissen aus Landwirtschaftsprodukten, regelt den Handel mit landwirtschaftlichen

 

 

Verarbeitungsprodukten (z.B. Biskuits). Mit Ausfuhrbeiträgen wird die Preisdifferenz verschiedener Rohstoffe zwischen der Schweiz und dem Ausland ausgeglichen.